Die Freien Wähler Frankenberg informierten sich während eines Besuchs bei der Tafel Frankenberg e.V. über deren herausfordernde und intensive Arbeit, Bedürftige mit eingesammelten und gespendeten Lebensmitteln zu versorgen. Zum Beginn der Veranstaltung gab der 1. Vorsitzende, Werner Hoffmann, einen generellen Überblick über die personelle, infrastrukturelle und logistische Organisation.
Dabei erläuterte Hoffmann, wie die 102 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Tafel Frankenberg e.V. die Versorgung von 950 Menschen in Frankenberg, Battenberg, Gemünden und Hallenberg möglich machten. Dazu sei ein komplexes logistisches System, viel persönliche Flexibilität und ein hohes Maß an Eigeninitiative erforderlich, erklärte Hoffmann. Trotz aller Anstrengungen stehen aktuell noch etwa 50 Menschen auf der Warteliste.
In einem offenen Dialog wurden die Herausforderungen der Tafel Frankenberg erörtert. Dazu zählen neben den Kostensteigerungen für die Unterhaltung der Infrastruktur und der Transportfahrzeuge auch die Energiepreise. Ebenso sind regelmäßig Sprachbarrieren zu überwinden, was aber, so Hoffmann, zeitweise mithilfe ehemaliger Bundeswehrangehöriger als Dolmetscher gelinge. Die Organisation der Tafel Frankenberg e.V., so der Eindruck der FWF, unterscheide sich nicht von der eines mittelständischen Unternehmens, allerdings auf ehrenamtlicher Basis.
Allein die Erfüllung aller gesetzlichen Auflagen in den Bereichen Mitarbeiterschulung, Hygiene, Brand-, Arbeits- und Umweltschutz sowie die Kunden- und Personalverwaltung erfordern ein Maß an Professionalität, wie sie von ehrenamtlich Tätigen eigentlich nicht erwartet werden könne, so Sven Garthe von den FWF. Gleiches gelte für die logistische Planung von der Einsammlung der Waren bis zur Ausgabe. Aktuell nehme die Tafel an der Einführung der sogenannten eco-Plattform der Tafel-Deutschland teil, führte Werner Hoffmann aus. Damit sei eine Optimierung der Tourenplanungen für die Warenabholung bei den Partnerunternehmen möglich. Aber auch diese optimieren ihre eigene Produktplanung mit dem Ziel, weniger Produkte mit dem Erreichen des Verfallsdatums aus dem Sortiment nehmen zu müssen. Dies sei zwar generell nachhaltiger, stelle für die Tafel jedoch eine steigende Herausforderung dar.
Da die Tafel Frankenberg e.V. rein spendenfinanziert arbeitet, ist sie weiterhin auf die breite Unterstützung, aber auch auf Großspenden, wie sie regelmäßig von Unternehmen, Privatpersonen und gemeinnützigen Organisationen und Vereinen kommen, angewiesen.
Die FWF-Kommunalpolitiker zeigten sich tief beeindruckt und bedankten sich für das große Engagement, das die Helferinnen und Helfer der Tafel Frankenberg e.V., aber auch die unterstützenden Partnerfirmen tagtäglich erbringen, resümierte Sven Garthe abschließend.